Jungheinrich – Works

Wie BSI für Jungheinrich eine Community rund um Arbeit, Zugehörigkeit und Innovation konzipiert hat

Ausgangspunkt

Im Markt für Gabelstapler und Flurförderfahrzeuge dominiert traditionell eine funktionale Logik: Effizienz, Zuverlässigkeit, Performance. Entscheidungen werden sachlich begründet, Nutzung ist pragmatisch, Beziehung zur Marke bleibt oft distanziert. Gleichzeitig zeigt der Arbeitsalltag in Lager, Logistik und Mittelstand ein anderes Bild: Mitarbeitende, Lagermeister und Betreiber verbringen täglich viele Stunden mit den Geräten. Sie entwickeln Routinen, Präferenzen und eine stille Bindung – die jedoch selten adressiert wird.
Jungheinrich verfügt mit seinem Portfolio über eine außergewöhnlich starke Marktstellung. Besonders die Ameise ist im Mittelstand und Kleingewerbe weit mehr als ein Produkt: Sie ist Arbeitsbegleiter, Problemlöser und vertrautes Werkzeug. Dennoch fehlte ein strukturierter Raum, in dem diese Beziehung sichtbar, teilbar und markenseitig nutzbar wird.
Das Problem war nicht mangelnde Produktleistung.
Es war die fehlende soziale und psychologische Anbindung der Nutzer an die Marke.

Die zentrale Fragestellung

Wie lässt sich Markenbindung im B2B-Umfeld vertiefen, wenn Kaufentscheidungen funktional sind, Nutzung aber hoch emotionalisiert ist?
Und wie kann eine Community entstehen, die nicht Marketing simuliert, sondern echten Austausch zwischen Anwendern ermöglicht – und gleichzeitig Jungheinrich einen direkten Zugang zu Mitarbeitenden, Kunden und deren Innovationsimpulsen eröffnet?

Was BSI gemacht hat

BSI hat das Community-Konzept für Jungheinrich nicht als Kommunikations- oder Content-Plattform gedacht, sondern als markennahen Interaktionsraum. Ausgangspunkt war eine tiefgehende Triggeranalyse, die zeigte: Neben Effizienz und Performance spielen Zugehörigkeit, Anerkennung und Markenwahrnehmung eine deutlich größere Rolle als bislang angenommen – insbesondere bei operativen Anwendern und Lagerverantwortlichen.
Auf dieser Basis entwickelte BSI ein Community-Modell, das bewusst an der Realität der Nutzer ansetzt. Nicht abstrakt, nicht werblich, sondern entlang des Arbeitsalltags. Die Jungheinrich Ameise fungierte dabei als zentraler Identifikationsanker: ein gemeinsamer Bezugspunkt, über den sich Nutzer austauschen, vergleichen und positionieren können.
Die Community wurde als Raum konzipiert, in dem:
  • Anwender Erfahrungen teilen
  • praktische Fragen diskutiert werden
  • Lösungen aus der Praxis sichtbar werden
  • Zugehörigkeit entsteht, ohne inszeniert zu wirken
Gleichzeitig wurde der Jungheinrich Profishop systemisch integriert. Nicht als Verkaufsfläche, sondern als funktionaler Bestandteil des Ökosystems. Zubehör, Ersatzteile und Erweiterungen sind nicht isolierte Produkte, sondern Antworten auf reale Nutzungssituationen, die aus dem Community-Kontext heraus verständlich werden.

Community als Innovations-Schnittstelle

Ein zentraler Aspekt des Konzepts war die Öffnung der Community in Richtung Innovation und Feedback. Jungheinrich erhält über diesen Raum nicht nur Einblicke in Nutzung, Probleme und Wünsche, sondern direkten Zugang zu den Menschen, die täglich mit den Geräten arbeiten.
Die Community fungiert damit als bidirektionale Schnittstelle:
zwischen Marke und Anwendern,
zwischen Entwicklung und Realität,
zwischen Produktlogik und Arbeitsalltag.
Innovation entsteht hier nicht im luftleeren Raum, sondern im kontinuierlichen Austausch. Jungheinrich wird nicht nur als Hersteller wahrgenommen, sondern als lernende, zuhörende Marke.

Die Wirkung

Durch das Community-Konzept verschiebt sich die Rolle von Jungheinrich im Alltag der Nutzer. Die Marke ist nicht mehr nur Lieferant von Technik, sondern Teil eines funktionierenden Arbeitsökosystems.
Bindung entsteht nicht über Kampagnen, sondern über Teilnahme.
Markenwahrnehmung entsteht nicht über Claims, sondern über Erfahrung und Austausch.
Und Loyalität entsteht dort, wo Menschen sich gesehen und eingebunden fühlen.
Gerade im Mittelstand und Kleingewerbe wird die Jungheinrich Ameise so nicht nur genutzt, sondern zugehörig erlebt.

BSI-Perspektive

BSI hat hier keine Community „aufgesetzt“.
Wir haben Zugehörigkeit strukturiert.
Auch im B2B-Bereich entstehen starke Marken nicht allein durch Leistung.
Sie entstehen dort, wo Arbeit sichtbar wird, Austausch möglich ist und Beziehung entstehen darf.
Nicht jede Maschine braucht eine Community.
Aber jede Marke, die innovativ bleiben will,
braucht Räume, in denen Nutzer mehr sind als Anwender.
Markenführung bedeutet hier nicht Kommunikation.
Markenführung bedeutet die Gestaltung sozialer und funktionaler Systeme, in denen Arbeit, Identität und Innovation zusammenfinden.
Kontakt
BSI Office Hamburg